Hypnotherapie

Hypnose ist ein bei vielfältigen Krankheiten und Problemen bestätigtes, wirkungsvolles Verfahren. In der Hypnotherapie wird mittels eines veränderten Bewusstseinszustandes (Trance) ein Zugang zum Unbewussten geschaffen. In einem Trancezustand ist die innere Vorstellungswelt erweitert und übliche Denk- und Verhaltensmuster aufgehoben. Dadurch wird es möglich, andere Erlebnis- und Handlungsmuster zu erkunden und zu nutzen, die uns im normalen Wachzustand nicht zugänglich sind.

Hypnotische Phänomene, die für die Therapie nutzbar gemacht werden, sind z.B.:

  • Altersregression (Zurückgehen in frühere Lebensabschnitte)
  • Altersprogression (Versetzen in die Zukunft)
  • Lösen emotionaler Blockaden
  • Wahrnehmungsveränderungen
  • Erinnern und Vergessen (Amnesie)
  • Schmerzbeeinflussung und Empfindungslosigkeit
  • Beeinflussung der Stressreaktion
  • Muskelentspannung
  • Beeinflussung vegetativer Funktionen (z.B. Herz-Kreislauf System, Magen-Darmbereich)
  • Verbesserung der Problemlösungsfähigkeiten

Hypnose bei Kindern

Kinder sind besonders gut empfänglich für eine Hypnotherapie. Die kindliche Welt ist von Natur aus geprägt von phantasievollen Vorstellungen und inneren Bildern. Da genau diese Aspekte in den Techniken der Hypnose Anwendung finden, zeigen sich bei Kindern meist schnelle und nachhaltige Erfolge. Durch die spielerische Herangehensweise wird die Therapie von den Kindern als Ort für Kreativität, Spaß und Leichtigkeit gut angenommen. Gleichzeitig gehen sie körperlich entspannt, selbstwertgestärkt und gelassen aus den Sitzungen.

Dem Alter entsprechend können mittels hypnotherapeutischer Techniken unterschiedliche Beschwerden und Probleme behandelt werden. Besondere Wirksamkeit zeigt sich bei folgenden Störungsbildern: Lernblockaden und Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Einnässen, Ängsten (Prüfungsangst) und Phobien (Spritzenphobie).

 

 

Weitere Infos zur Hypnotherapie

Als Hypnotherapie werden heute Therapieformen zusammengefasst, die u. a. das vorhandene Wissen über die Wirkung von Trance und Suggestionen therapeutisch nutzen. Hypnotherapie ist die älteste Psychotherapieform. So lassen sich hypnotherapeutische Rituale zu Heilzwecken bis weit in die Frühgeschichte der Menschheit zurückverfolgen. Mitte der 1970er Jahre wurde die Psychotherapie Milton H. Ericksons bekannt und führte zu einer nachhaltigen Renaissance der Hypnose, sowohl in Psychotherapie, als auch in der Zahnmedizin. Um Heilungs-, Such- und Lernprozesse zu fördern, wird entweder Hypnose praktiziert oder es werden alltägliche Tranceprozesse für die therapeutische Arbeit genutzt.

Nach Milton Erickson beschreiben vier Worte, die alle mit dem Buchstaben „E“ anfangen, die Hypnose:  Excitement – Experiment – Experience – Enjoyment. Dabei ist Hypnose zu allererst entspannend, entängstigend (ent“eng“stigend) und tief erholsam. In Trance entsteht ein veränderter Bewusstseinszustand mit ausgeprägten Alpha-Phasen in der rechten Hemisphäre. Es entsteht somit ein aktiver, wacher und geistig aufmerksamer Zustand, der im therapeutischen Sinn als ein schöpferischer Zustand des Lernens und der Neuorientierung genutzt werden kann.Die Hypnotisierbarkeit ist dabei ein natürliches Phänomen, allerdings situations- und kontextabhängig. Die Suggestibilität wird dabei zwar erhöht, kritisches Denkvermögen und ethisches Werteurteil bleiben jedoch unverändert aufrechterhalten.

Es geht also darum, in veränderter Bewusstseinslage durch Visualisation oder Halluzination dem Therapieziel entsprechende Reaktionen hervorzurufen. Die suggestiv wirkenden Anregungen von Seiten des Therapeuten führen den Patienten, der durch sein Leiden am Symptom motiviert und durch Erwartungshaltung aufgeschlossen sowie mit Hilfe der passenden Hypnoseinduktion absorbiert ist, wie von allein in ein ihm neu erscheinendes und beeindruckendes „Erleben“. Dieses Erleben kann Entlastung, Ruhe, Entspannung oder sogar Schmerzfreiheit genauso umfassen wie die Fähigkeit zur Problemlösung; ebenso auch die Kraft, alten Kindheitsdramen zu begegnen, sie grundsätzlich zu ordnen und zu überwinden.

Bei der Hypnotherapie kann der Patient auch die Selbsthypnose bzw. (Tiefen-)Entspannungsübungen erlernen.

(Agnes Kaiser Rekkas. 2013: Klinische Hypnose und Hypnotherapie. 6. Auflage. Heidelberg: Carl-Auer.)